Ich bin verliebt. Meine Gefühle spielen verrückt. Dass die Person verheiratet ist und sogar schon Enkel hat, interessiert meine Gefühle nicht. Ich verhalte mich sehr zurückhaltend, weiß ich doch, dass diese Liebe nicht in gleicher Weise erwidert wird und auch keine Zukunft hat. Ich freue mich, wenn ich der Person begegne und gleichzeitig versuche ich meine Gefühle an die Leine zu legen und sie nicht wie wilde Pferde laufen zu lassen. Ich erlaube mir keine Tagträume und hoffe, dass die Schwärmerei auf diese Weise bald endet. Es dauert aber eine ganze Weile, bis das passiert. Und erst dann beginne ich zu erkennen, dass wir in Wirklichkeit in sehr unterschiedlichen Welten leben. Dieser Mensch hat einen ganz anderen Blick auf die Welt, einen, der mir fremd ist. Und mein Blick auf die Welt ist diesem Menschen vermutlich auch völlig fremd. Was sollte unser gemeinsamer Nenner sein? Es ist schon verrückt, dass das Verliebtsein einen so völlig blind werden lässt.