Ich spreche sie auf dem Campingplatz an. Sie zeltet alleine, wie ich letztes Jahr auch. Ich finde es toll, einer Frau zu begegnen, die so reist wie ich und beginne genau so das Gespräch. Sie sei gekommen, um abends an den Gebeten in Taizé teilzunehmen, sagt sie. Ja, dafür bin ich auch angereist, sage ich. Ob sie auch am Morgen am Ostergebet teilgenommen habe, frage ich. Nein, sagt sie, das war ihr zu früh. Ich überlege, soll ich ihr erzählen, dass das Morgengebet das absolute Highlight war, ein ergreifendes Erlebnis, mit Musik und Eucharistie, das mich tief berührt hat? Wird sie womöglich ein schlechtes Gewissen bekommen, dass sie dieses Gebet verpasst hat und vielleicht bereuen, doch nicht aufgestanden zu sein? Ich hole Luft und sage schließlich: „Ja, die Abendgebete sind wunderbar.“