Singen

Am Anfang sind es nur schwarze Punkte auf horizontalen Linien auf einem Blatt Papier, manche mit kurzen vertikalen Strichen daran, andere ohne solche Striche. Es ist einfach nur ein Blatt mit vielen schwarzen Punkten. Mehr nicht. Als der Chorleiter die Melodie auf dem Klavier anspielt, höre ich zum ersten Mal, was sich hinter den Punkten verbirgt. Da haucht er zum ersten Mal Leben in die schwarzen Punkte. Wir beginnen das Stück zu singen und es füllt sich mit Leben. Die Melodie mit dem Text zusammen öffnet etwas in mir, da ist ein innerer Raum und etwas in mir kommt ins Schwingen. Dort verlasse ich mein weltliches ICH und trete in eine andere Dimension ein, eine Dimension, in der es mir gelingt, für einen Moment mit etwas Größerem zu verschmelzen. Ich gehe ganz in der Melodie auf und kehre am Ende des Liedes gelöst und aufgetankt wieder zurück.

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