Ich sitze in einem Café draußen auf der Terasse. Ein Motorrad kommt, der Fahrer parkt und steigt ab. Als die Person den Helm abzieht, kommen ihre langen Haare zum Vorschein. Es ist eine Motorradfahrerin. Sie geht ins Café, kommt mit ihrer Bestellung wieder heraus und setzt sich an den Nebentisch. Ich habe große Lust, mit ihr zu plaudern und spreche sie an. Sie schaut etwas kritisch zurück. Ich erzähle ihr, dass ich vor über 40 Jahren den Motorradführerschein gemacht habe und ein Jahr lang eine kleine 125er Suzuki gefahren habe. Jetzt mit über 60 spiele ich mit der Idee, in einer Fahrschule eine Stunde auf dem Übungsplatz mit einem Motorrad zu nehmen, um noch einmal die Erfahrung zu machen, wie das ist. „Ich will dich nicht vollquatschen“, sage ich nach einigen weiteren Sätzen. Sie entspannt sich sichtlich. „Nein, nein“, sagt sie. Ich füge hinzu: „Es ist selten, eine Motorradfahrerin zu sehen.“ Und dann frage ich sie noch, ob sie in einem Motoradclub sei. Sichtlich erfreut, dass ich nachfrage, erzählt sie davon und als sie merkt, dass ich interessiert bin und mich nicht kritisch äußere, entsteht ein wirklich netter und offener Austausch. Nach einer Weile breche ich auf. Freundlich lächelnd verabschieden wir uns und als ich davonradle, ruft sie mir noch ein Tschüss hinterher.