Yusuf ist ein freundlicher Junge in Klasse 6. Er spricht gut Deutsch und hat in den allermeisten Fächern große Mühe, dem Unterrichtsstoff zu folgen. Nach langem Hin und Her wurde er schließlich auf besonderen Bedarf getestet und soll nun am Ende des Schuljahres auf eine Förderschule wechseln. Als ich nach der Mittagspause über den Schulhof zu meinem Auto gehe, sehe ich Yusuf alleine abseits sitzen. Ich nehme mir die Zeit und setze mich zu ihm. „Wie geht es dir“, frage ich ihn. „Nicht gut“, antwortet er. „Warum,“ hake ich nach. Und er fängt an zu erzählen. Er wolle hier auf der Schule bleiben. Hier habe er Freunde und kenne alle Lehrer. An der anderen Schule kenne er keinen und das fände er doof. Nein, ich sage nicht zu ihm, dass er dort ganz sicher neue Freunde finden wird. Ich gebe wieder, was ich von ihm gehört habe. Nämlich, dass er hier an der Schule bleiben wolle, weil er hier Freunde habe und auch alle Lehrer kenne. Er fände es doof, auf eine andere Schule zu gehen. Nach den wenigen Sätzen steht er auf und meint ruhig: „Ich gehe jetzt spielen.“