„Wenn ich das schon höre! Klimawandel! Dass das Ahrtal diese Überschwemmungen hatte, das ist doch kein Klimawandel. Das ist alles gelenkt, aber das will ja keiner hören.“ Ich staune und schweige. Ich kenne nicht genug Fakten, um das zu widerlegen und wenn ich genug Fakten wüsste, würde sie mir wahrscheinlich auch nicht glauben und mir unterstellen, ich sei naiv und mediengläubig. Was sie von den Wahlen in Ungarn halte, frage ich sie kurz darauf, da ich weiß, dass sie große Sympathien für das Land hegt. „Unter Orban ging es dem Land gut“, antwortet sie. „Es gab finanzielle Unterstützung für Familien mit mehreren Kindern und es gab Sicherheit. Der Neue, Magyar, da werden sich die Leute noch umschauen!“ Der werde das alles abschaffen, fährt sie fort. Und außerdem sei er eine Koksnase, wie Macron und Merz auch.
Ich staune wieder. Vielleicht ist da ja was dran. So genau bin ich nicht informiert. Und man könne nicht mehr mit den Leuten reden, sagt sie schließlich, da würde man gleich als Verschwörer abgestempelt.
Wir kennen uns über 50 Jahre. Seit Corona kommen diese streitigen Themen immer mal wieder auf den Tisch. Mir ist unsere Beziehung so wichtig, dass ich ihr anbiete: „Lass uns über das reden, was uns eint und nicht über das, was uns trennt“.