Rauch

In 230 Kilometern Entfernung brennt in Belgien ein Waldgebiet von 3000 Hektar, melden die Nachrichten. Ich höre das im Radio. Zwei Tage später sitze ich abends im Garten. Es ist über 30°C, auch noch gegen 20 Uhr. Ich nehme den Geruch von Rauch wahr. Grillt vielleicht ein Nachbar? Wie kann man nur auf die Idee kommen, bei den Temperaturen zu grillen? Das ist so gefährlich bei der Trockenheit. Ich sehe Rauchschwaden zwischen den Bäumen und werde unruhig. Brennt es vielleicht schon? Und wenn es hier brennt, wie komme ich hier raus? Überall stehen hohe Bäume und lauter Zäune. Die Rauchschwaden werden dichter und der Geruch eindringlicher. Ich habe mein Smartphone dabei und schaue im Internet nach. Die Rauchschwaden des Waldbrandes in Belgien ziehen über Saarbrücken. Im ersten Moment bin ich erleichtert, dass die Gefahr nicht akut und vor Ort ist, aber dann erschrecke ich. Hitze und Dürre bedeuten auch Brände. Und selbst wenn diese 230 Kilometer weit weg sind und lokal begrenzt, hat es noch Auswirkungen in weiter Ferne. Ich spüre das Brennen in den Augen und die Beklemmung durch die schlechte Luft. Zu wissen, dass dichte Brandwolken wie eine Glocke über der ganzen Stadt hängen, ist angsteinflößend.

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