Ich will zwei Tage wegfahren und überlege wohin. Ich entscheide mich, nach Frankreich zu fahren, nach Flirey, einem kleinem Dorf in der Nähe des Lac de Madine. Ich hege keine besondere Vorliebe für Lothringen, es ist einfach die Region in Frankreich, die uns am nächsten liegt. Auf der Fahrt dahin komme ich an zwei großen Soldatenfriedhöfen vorbei. Die Vermieterin, bei der ich zwei Nächte lang bleibe, erzählt mir später im Gespräch, dass genau an diesem Ort große Schlachten im Krieg 1914-1918 stattgefunden haben. Man könne die Schützengräben begehen, wo gekämpft wurde, fährt sie fort, und es kämen viele Besucher, um sich das alles anzuschauen. Am Rande des Ortes steht noch die Ruine der ausgebombten Kirche. Eine neue wurde damals mit den Reparationzahlungen Deutschlands gebaut. Als ich nach Toul fahre, um die Kathedrale dort zu besichtigen, komme ich an weiteren Soldatenfriedhöfen vorbei. Ich spüre ein Unbehagen. So viele sichtbare Zeugnisse eines blutigen Krieges.
Später zu Hause frage ich mich, ob mir Lothringen wegen dieser Geschichte vielleicht nicht so anzieht?
Die Schlacht bei Flirey fand im Ersten Weltkrieg in Lothringen, Frankreich statt, vor allem im September 1914 und erneut 1915. Flirey steht exemplarisch für den blutigen, festgefahrenen Krieg an der Westfront, bei dem große Opfer gebracht wurden, ohne entscheidende militärische Durchbrüche zu erzielen. (Wikipedia)